Was genau ist eigentlich Diabetes?

Ich war neulich auf einem Sem­i­nar und begeg­nete dort Frauke. Frauke ist erst seit sehr kurz­er Zeit Dia­betik­erin und fragte mich ganz leise und unauf­fäl­lig, „Lau­ra du weißt das doch bes­timmt. Was genau ist eigentlich Dia­betes? Und wo ist der Unter­schied zwis­chen Typ 1 und Typ 2?“ Weil ich mir dachte, dass sich das vielle­icht viele Neulinge fra­gen, beschloss ich hierüber einen Beitrag zu schreiben. Lasst mir gerne einen Kom­men­tar am Ende des Beitrages oder einen Ein­trag in mein Gäste­buch da. Ich würde mich freuen! Nun aber zurück zum The­ma…

Was in unserem Körper bei der Verdauung passiert?

Wenn man Kohlen­hy­drate isst, z.B. in Form von Stärke, dann wird die Stärke zu Ein­fachzuck­er abge­baut. Das kann man sich wie eine Per­len­kette vorstellen von Stärke­molekülen, die einzeln abge­baut (die Perlen wer­den von der Schnur gezo­gen) und in Ein­fachzuck­er (Glukose) umge­wan­delt wer­den. Während der Ver­dau­ung lan­det die Stärke im Magen, wo sie zu Ein­fachzuck­er ver­daut wird. Die Ein­fachzuck­er gelan­gen anschließend als Glukose ins Blut.

Was hat das mit Diabetes zu tun?

Bei Dia­betes spielt die Bauch­spe­ichel­drüse eine ganz große Rolle. In der Blut­bahn fließen jet­zt das Blut und die Glukose. Die Glukose ist ein Treib­stoff für unsere Kör­perzellen.

Damit die Glukose in die Zellen gelan­gen kann um dort als Treib­stoff zu funk­tion­ieren, braucht der Kör­p­er das Hor­mon Insulin. Die Bauch­spe­ichel­drüse pro­duziert dieses Insulin. Ohne Insulin nehmen die Zellen keine Glukose auf. Das Insulin set­zt sich auf die Zell­rezep­toren und ist somit die Andock­stelle für die Glukose. Das Insulin ist wie ein Art Schlüs­sel, der die Zelle öffnet, damit die Glukose in die Zelle rein und dort ver­stof­fwech­selt wer­den kann. Wenn wir kein Insulin haben, kann die Glukose so gut wie nicht in die Zellen gelan­gen und die Zelle muss ver­hungern, obwohl genug Glukose vorhan­den ist.

Was passiert, wenn dieser Kohlehydrat Stoffwechsel gestört ist?

Bei Typ 1 Dia­betes han­delt es sich um eine Autoim­mun-Krankheit, das bedeutet, dass das kör­pereigene Immun­sys­tem die kör­pereige­nen Zellen angreift und kaputt macht. Bei Dia­betes Typ 1 wer­den die Zellen der Bauch­spe­ichel­drüse zer­stört und dadurch kann nicht genü­gend Insulin hergestellt wer­den. Dies führt nicht direkt zu einem Krankheits­bild, aber mit der Zeit ver­liert die Bauch­spe­ichel­drüse ihre Fähigkeit Insulin herzustellen. Das heißt es gibt viel Glukose im Kör­p­er, aber kein Insulin. Das bedeutet, die Glukose kann nicht in die Zellen aufgenom­men wer­den, und muss im Blut verbleiben. Ein Men­sch der an Dia­betes Typ 1 erkrankt hat Symp­tome wie:

- schnelle Gewichtsab­nahme

- ganz viel Durst

- muss ganz oft auf die Toi­lette

- kann sich des Öfteren Erbrechen

- kann Wadenkrämpfe haben

- sich müde fühlen

- kraft­los

- Seh- und Konzen­tra­tionsstörun­gen

- oft Kopf­schmerzen.

Bei Typ 2 Dia­betes (auch Dia­betes mel­li­tus genan­nt) ist jede Menge Insulin im Kör­p­er vorhan­den, das Prob­lem liegt aber in der Wech­sel­wirkung zwis­chen dem Insulin und dem Rezep­tor. Das Insulin kann an den Insulin­rezep­tor der Zelle nicht andock­en. Es ist viel Insulin da, aber es kommt nicht dazu, dass das Insulin seine Arbeit machen kann. Die Glukose gelangt nicht in die Zellen. Man spricht auch von Insulin­re­sistenz. Man kann sich das vorstellen, wie einen Pfört­ner, der ein Tor für die Glukose öff­nen soll, aber keinen Schlüs­sel hat. Woran genau das liegt weiß man noch nicht. Auch hier ist zu viel Glukose im Blut. Auch hier bekom­men die Zellen nicht genug Treib­stoff. Der Blutzuck­er­spiegel ist in bei­den Fällen zu hoch.

Bei Typ 2 ist die Symp­to­matik etwas schwieriger als solche zu erken­nen, es kommt nur sel­ten zu starkem Gewichtsver­lust, genau­so sel­ten zu starkem Durst oder starkem Harn­drang. Deswe­gen wer­den Typ2 Dia­betik­er häu­fig nicht erkan­nt. Die Dunkelz­if­fer ist extrem hoch. Es ist jedoch sehr wichtig, dass Dia­betes diag­nos­tiziert wird, denn bei bei­den Typen ist der Blutzuck­er­spiegel immer sehr erhöht. Das hat ziem­lich heftige Langzeit­fol­gen. Es kann z.B. zu Schädi­gung der Nieren kom­men, es kann zu Erblind­ung führen, die Men­schen haben oft Wun­den, die nicht heilen und das kann z.B. Ampu­ta­tio­nen nötig machen. Bei bei­den Dia­betes Typen ist es wichtig, auf den Blutzuck­er­spiegel zu acht­en.

Hat Dir dieser Beitrag geholfen?

Ich hoffe dieser Beitrag hat vie­len Anfängern erst ein­mal erk­lärt, was denn genau Dia­betes eigentlich ist. Frauke jeden­falls, hat die Krankheit bess­er ver­standen. Gerne schreibt mir Anre­gun­gen, Kom­mentare, Kri­tik und Ergänzun­gen in die Kom­mentare. Ich freue mich drauf! Gerne hin­ter­lasst mir auch einen Ein­trag im Gäste­buch 🙂

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